e359 Jenke von Wilmsdorff über Schlaf, Ängste und persönliche Grenzen
Jenke von Wilmsdorff – Extremreporter, Experimentator, Mutmacher. Seit 2012 stellt er sich den härtesten Herausforderungen: Drogen, Schlafentzug, Extremsport, Ängste. In diesem exklusiven Podcast-Gespräch sprechen wir über sein aktuelles Schlaf-Experiment, seine größten Erkenntnisse aus 31 Experimenten, die menschliche Belastbarkeit – und darüber, warum Mut kein Mangel an Angst ist, sondern die Fähigkeit, sich ihr zu stellen.
Die Highlights:
Schlaf-Experiment 2026: 61 Stunden ohne Schlaf – Was macht das mit Körper und Geist? Jenkes größte Erkenntnis: Jeder Dritte hat Schlafstörungen, fast jeder Vierte nimmt regelmäßig verschreibungspflichtige Schlafmedikamente. Und Schichtarbeit? "Du zahlst dafür einen verdammt hohen Preis. Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz – das Risiko ist massiv erhöht."
Race Across America: Stefan erzählt von seinen drei Rennen: 5.000km, 12 Tage, 45 Min Schlaf pro Tag. Seine Regel an das Medizinerteam: "Wenn gesundheitliche Folgeschäden drohen – brecht das Rennen ab. Sofort. Aber wenn es nur Schmerzen sind – klebt mich mit Panzertape ans Fahrrad!" Jenke: "Da hat sich alles relativiert. Dagegen waren unsere 60 Stunden Pille-Palle."
Die 3 Emotionstypen: Balance (alles soll so bleiben), Stimulanz (brauchen immer was Neues), Dominanz (wollen Macht ausüben). Jenke: "Wenn du weißt, welcher Typ du bist, kannst du ganz anders mit Umständen umgehen."
Angst & Mut: "Angst ist evolutionär sinnvoll – unsere Alarmanlage. Aber Ängste sind keine Verstandssache. Du kannst sie nur durch Erfahrungen verändern, nicht durch Wissen. Durch Vermeidung verstärken wir Ängste." Und: "Mut ist kein Mangel an Angst. Mut ist, sich seiner Angst zu stellen. Mut ist ein Muskel."
Die Stimme im Kopf: "Wessen Stimme ist das in meinem Kopf? Ist das meine Stimme? Die meiner Mutter? Meines Vaters? Meines Chefs? Der Regierung? Wenn ich das herausgefunden habe, bin ich den ersten Schritt gegangen, Sachen verändern zu können."
Herdentrieb & Schwarmdummheit: "Das ist evolutionär angelegt. Wer aus der Gruppe austrat, riskierte sein Leben. Deswegen gehört die Angst vor öffentlicher Rede zu den größten Ängsten, die wir haben. Aber heute ist das gefährlich."
Brot & Spiele 2.0: "Wir leben in einer Zeit, in der uns nur noch Angst gemacht wird. Medien, Politik, Wirtschaft. Trash-TV, Reality-TV, Sport ohne Ende. Alle lenken sich nur noch ab. Aber alles mit Inhalten? Verschwindend gering."
Die Botschaft an die nächste Generation: "Neugierig bleiben. Alles hinterfragen. Lasst euch keine Angst machen. Bleibt im Widerstand. Dann könnte es gut ausgehen."
Nächstes Experiment: Tauchen mit Weißen Haien ohne Käfig. Jenke: "Vor Jahren habe ich das im Käfig gemacht in Südafrika. Ich habe in meinen Neoprenanzug gepinkelt vor lauter Schiss. Jetzt will ich es ohne Käfig machen. Das reizt mich extrem – auch wenn meine Angst da ziemlich groß ist."
Die drei Abschlussfragen:
Effizient: "Im Einklang mit meiner eigenen Energie bestmöglich Leistung zu erbringen."
Gesund: "Artgerechte Haltung – meine persönliche artgerechte Haltung."
Nachhaltig: "Etwas, was so wichtig und wertvoll ist, dass es sich lohnt, Geduld und Energie einzubringen – in der Hoffnung, Umstände zu verbessern."
Jenkes Schlusssatz: "Glaub nicht alles, was du denkst."
Ein Gespräch über Grenzen, Ängste, Mut, Mindset – und darüber, warum wir aufhören müssen, uns von allem verrückt machen zu lassen.
Über Jenke von Wilmsdorff: Seit 2001 beim Fernsehen. 2001-2012: Extreme Reportagen für RTL. Seit 2012: 31 Experimente (Alkohol, Drogen, Armut, Reichtum, Tiere, Plastik, Schönheit, Longevity, Schlaf). Motto: Grenzen überschreiten, Ängste kontrollieren, Komfortzone verlassen.